Wie alles begann...
Es war November, als ich dem Bedürfnis welches ich immer stärker verspürte,
mich mit anderen Menschen zu verbinden, nachgab.
Die Corona-Zeit hatte mich, wie viele andere Seelen, in eine Isolation getrieben,
die mich zermürbte.
Die Sehnsucht nach Verbindung und Gemeinschaft trieb mich an über den
Tellerrand hinaus, nach neuen Kontakten Ausschau zu halten.
Meine Suche führte mich schließlich an einen Ort, wo ich auf Menschen stieß,
die mir von Anfang an ein Gefühl der Zugehörigkeit vermittelten.
Köln,
Frauenkreis
Ich hatte diese Veranstaltung über Linda gefunden, die Kuschelgruppen als
Event auf Facebook angeboten hatte. Wir schrieben Nachrichten hin und her
und sie lud mich ein zu einem Treffen unter Frauen.
Ich war aufgeregt und auch unsicher, da ich nicht wusste was mich erwarten
würde.
Ich betrat die WG und wurde sehr herzlich schon an der Türe mit einer sehr
langen Umarmung begrüßt. Das fühlte sich sehr krass an, denn so lange und
intensiv wurde ich sonst nicht mal von meinen engsten Freunden umarmt und
von der Familie kannte ich das auch nicht. Ich ging eine steile Treppe hinauf in
die Wohnung, erst in ein Esszimmer mit Tisch und Stühlen.
Dort waren schon einige leckere mitgebrachte Snacks aufgereiht, ein paar
Gäste unterhielten sich angeregt und auch ich stellte mein mitgebrachtes
Bananenbrot mit dazu.
In der Küche stand eine imposante große blonde Frau, die sich mir
ebenso herzlich vorstellte, wie die erste an der Tür. In ihren Armen versank
ich für einen Moment und fühlte Geborgenheit und Ruhe in mir aufsteigen.
Sie rührte in einem riesigen Topf eine braune Suppe an, die irgendwie nach
Weihnachten und Früchtebrot roch. Ich hatte noch nie etwas von Rohkakao
gehört und wusste nicht was es damit auf sich hatte.
Im großen Wohnzimmer lagen ringsum Matratzen auf dem Boden, Kissen in
allen Farben und Formen und Kerzen luden zum verweilen ein.
Es roch süßlich-holzig im Raum, weil immer wieder ein Holzstückchen
angekokelt wurde und der Rauch durch die Luft streifte.
Es war Palo Santo, ein Holz das in Südamerika schon Jahrtausende geräuchert
wird, eine wohltuende Wirkung auf Körper, Geist und Seele hat und die
Energien im Raum harmonisieren
kann.
Nach und nach kamen noch einige weitere Frauen und alle nahmen Platz auf
den Matratzen. So saßen wir alle zusammen da und mein erster Frauenkreis
begann.
Es gab eine Meditation, diese wurde von der auf mich majestätisch wirkenden
und doch zarten Linda ausgerichtet, welche wahnsinnig gut mit ihren Worten
Bilder in meinen Kopf zaubern konnte.
Ein Ritual zum Kakao von der großen amazonenhaften Sabia, mit
Danksagungen an die Himmelsrichtungen, an Mutter Erde und Rasseln als
Untermalung. Musik kam von einer Frau die auch als Gast da war. Sie spielte
ein Instrument, das ich nicht kannte, doch es sah aus wie eine Kiste mit einem
Blasebalg und das was an Tönen heraus kam war wunderschön und
begleitete ihren Gesang. Später fand ich heraus das es ein indisches
Harmonium war.
Ich erinnere mich, dass Tarotkarten in den Kreis gegeben wurden und jede
Frau zog eine. Ich zog eine Karte auf der eine Figur mit einem Stab in der
Hand abgebildet war. Diese Person stand auf einem Stück grüner Wiese und
um sie herum war der Himmel grau. Darunter stand das Wort: Aloneness
(Einsamkeit). Es trieb mir die Tränen in die Augen, denn ob jetzt Zufall oder
Fügung, die Karte hatte den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich weinte und
erzählte den Frauen aus meinem Leben. Andrea, die zu Anfang mit Palo Santo
den Raum geräuchert hatte,eine Frau mit feurig roten Haaren und der
Ausstrahlung einer Löwenmutter
hörte mir zu, stellte Fragen und war einfach
da, bis der Emotionssturm sich legte… es war faszinierend wie warmherzig,
geduldig und feinfühlig sie mit mir war.
Die Bewohnerinnen leiteten abwechselnd ihre Übungen an und jede der
Frauen konnte etwas erzählen. Der Raum war wie eine Wolke des Vertrauens,
alles konnte geteilt werden und Tränen, Wut und Scham wurden nicht mehr
unterdrückt.
Ich habe mich sofort in diese Frauen verliebt und mein Herz ging weit auf und
schloss dieses warme Gefühl fest ein.

Das liest sich wunderschön.
AntwortenLöschenHier wird „eine Falle“ übertrieben schön beschrieben. Lass dir bitte nächstes Mal auf einer Kuschelveranstaltung mehr Zeit und Abstand, bevor du dich so sehr öffnest und in Fremdes verliebst. Das endet meistens nicht gut. Diese Verantwortung kann dir niemand abnehmen.
AntwortenLöschenManchen kann man blind vertrauen, anderen nicht. Wenn man niemandem vertraut & immer auf Abstand ist verpasst man vieles.
LöschenMöchte Dir sehr für das Teilen Deiner Erfahrungen teilen. Für mich ist das gerade alles sehr sehr hilfreich und ich fühle mich weniger allein mit meinen Gefühlen und Gedanken. Danke von Herzen! 🙏🏻🩷
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